Historische Ansicht des Waldschlösschen Ilmenau

Die Geschichte des Waldschlösschens

1875 Am 24. August 1875 erhält Friedrich Hofmann, der 1875 die Schneidemühle im Hammergrund übernommen hatte, den Erlaubnisschein, im "Waldschlößchen" eine Schankwirtschaft zu betreiben.
1889 Die Witwe Amalie Hörnlein, geb. Fischer, erwirbt am 19. März 1889 das "Waldschlößchen". Sie war vorher Inhaberin des Gasthofes "Zum Schwan" in Ilmenau.
1901 Durch Kauf erwirbt Friedrich Leitholf am 31. Dezember 1901 das "Waldschlößchen". Auf seinen Antrag hin wird der Erlaubnisschein für die Schankwirtschaft, der am 19. April 1889 für Frau Hörnlein genehmigt worden war, auf Leitholf übertragen mit der Bedingung, umgehend eine Ventilation in die Schankräume einzubauen.
1905 Anfang des Jahres 1905 geht der Besitz an Alfred Brunzel über, der das Waldschlößchen für seine Frau Margarete kaufte. Besonders wird von der Behörde darauf hingewiesen, dass in diesem Hause keine Kellnerinnen beschäftigt werden dürfen. Im Oktober machte man den Kauf rückgängig.
1905 Am 3. November 1905 erwirbt ein Georg Dietze aus Hannover das Waldschlößchen. Er war Ökonom der Kaiserlichen Kriegsschule in Hannover, verfügte aber nicht über entsprechende finanzielle Mittel, um die Hypotheken abzulösen, die im Besitz der Geschwister Hörnlein waren. Die Konzession erhält er am 8. November 1905. Dietze bewirtschaftet die Schankwirtschaft nicht selbst. Dietze setzt am 11. Dezember 1905 einen August Klemke als Geschäftsführer ein.
1906 Rudolf Carstens aus Dessau pachtet am 16. Mai 1906 von Dietze das Lokal. Die Konzession erhält er im Mai 1906. Im Pachtvertrag war festgelegt, dass für den Ausschank jeden Hektoliter Bieres 3,0 Mark an Dietze zu zahlen sind. Ende 1906 verkauft Dietze diesen Grund und Boden an den Postassistenten Rudolf Bachmann aus Freiburg i. Br. Ob auf Grund des häufigen Besitzwechsels in der Bewirtschaftung Unregelmäßigkeiten oder Zahlungsschwierigkeiten vorgekommen sind, ist nicht bekannt.
1907 Mit Wirkung vom 13. September 1907 wird der Baumeister Hugo Hertzer aus Ilmenau als Zwangsverwalter des Gasthofes "Waldschlößchen" eingesetzt. Seine Frau war eine geborene Hörnlein und gehörte zu der Erbgemeinschaft des Vermögens des Lokals. Nachdem Max Dix aus Jena die Bewirtschaftung ausgeübt hatte, wird das "Waldschlößchen" am 25. November 1907 geschlossen. Max Dix siedelte nach Arlesberg über.
1908 Das "Waldschlößchen" sollte nun umgebaut werden. Ein Entwurf wird am 21. Juli 1908 eingereicht, aber nicht realisiert.
1910 Am 8. Februar 1910 stellt Hugo Hertzer einen Antrag auf die Konzession, die auch am 21. Juni 1910 erteilt wird. Die Konzessionsgebühr betrug damals 150 Mark. Da aus der Verwandtschaft Einsprüche kamen, wird die Gaststätte von Robert Ortmann aus Möhrenbach übernommen. Den Erlaubnisschein zur Bewirtschaftung einer Schank- und Gastwirtschaft erhält er am 10. November 1911.
1919 Hermann Vater aus Hasenthal erwirbt im Jahr 1919 das Gast- und Pensionshaus "Zum Waldschlößchen". Die Konzession erhält er am 12. Dezember 1912. Dafür musste er 300 Mark bezahlen. Hermann Vater war Glasbläser von Beruf und konnte auch herrlichen Christbaumschmuck herstellen.
1922 Nach der Gründung der Firma "Hermann Vater & Söhne - Isolierflaschenfabrik" im Jahre 1922, wird das Gebäude umgebaut. Fabrikräume entstehen unter der Gastwirtschaft und im alten Schuppen nach dem Ilmtal zu. Büro und Lagerräume finden unter der Veranda Platz. Während dieses Umbaus verlegt man auch die Eingangstür zur Gaststätte von der linken Seite auf die rechte Seite des Hauses. Ein Zweigbetrieb der Firma wird später in der Ilmenauer Bergstraße eingerichtet. Die Rohkolben für die Isolierflaschen und Isoliergefäße wird angeliefert, Kapillare angeschmolzen, versilbert, evakuiert, abgeschmolzen und montiert.
1929 Am 18. März 1929 stellt Hermann Vater einen Antrag auf Umbau der Holzveranda, kann aber diese Änderung aus finanziellen Gründen nicht durchführen. Die Schankwirtschaft wird am 1. Oktober 1929 an Herrn Strikrodt und anschließend an Herrn George verpachtet.
1955 Die Isolierflaschenfabrik Hermann Vater & Söhne wird geschlossen.
1958 Das "Waldschlößchen" geht wieder voll in den Familienbesitz über. Arno Vater und Frau Marie übernehmen das Lokal. Die Erbgemeinschaft Hermann Vater & Söhne bestand bis 1967.
1967 Hartmut Vater und dessen Schwester Heidi Schramm, geb. Vater sind die Besitzer des Waldschlösschens.
1973 Eintragung eines lebenslänglichen Insitzrechtes für die Eheleute Arno und Marie Vater. Bewirtschaftung der Gaststätte durch Hartmut Vater und seiner Mutter, dem bekannten und beliebten "Mariechen aus dem Waldschlößchen".
2000 Im Jahr 2000 erfolgt die Ersteigerung und Übernahme des Anwesens "Waldschlößchen" durch eine Frau aus Büdingen. Sie wollte das Haus komplett zu Studentenwohnungen umbauen lassen. Die beiden oberen Geschoße wurden auch ausgebaut und waren ca. ein Jahr lang von einigen ausländischen Studenten bezogen. Nachdem sie ihrem Bauleiter, der aus Hildburghausen stammte, Vollmacht über ihre Bankkonten erteilt hatte, räumte dieser die Konten leer und verschwand. So erging es noch anderen Bauherren, die derselbe Herr "betreut" hat. Der Bauleiter soll Jahre später in Thailand gefasst und zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden sein.
2002 Das Waldschlößchen war mittlerweile verwaist. Die ehemalige Besitzerin kümmerte sich nicht mehr darum und die Gläubigerbank ebenfalls nicht. Im folgenden strengen Winter zerfroren alle Leitungen und Heizkörper, Wasserboiler. Handwerker, die unbezahlt geblieben waren, bauten die elektrischen Installationen, Tischler die Türschlösser und Beschläge wieder aus. Auch Ilmenauer Bürger wurden beobachtet, wie sie frech, am helllichten Tage über die Terrasse und ein offenes Fenster ins Waldschlößchen einstiegen und Teile in ihr Auto verluden.
2003 Nachdem das Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet wurde, erfolgte die Zwangsversteigerung des Waldschlößchens.
2004 Eine Liebesdienerin mit dem Künstlernamen Gina ersteigerte das Areal mit Haus und Hof. Aufgrund des Gebäudezustandes war abzusehen, wann das Waldschlößchen wieder zum Verkauf stand. Es gab ja schließlich keinen Strom, keine Heizung und zunächst auch kein Wasser und besagte Dame trug alles, was sie besaß in ihrer Handtasche.
2005 Im Dezember 2005 wird das Waldschlößchen dann ein zweites Mal versteigert und von der Fahrlehrerfamilie Neuschwander aus Homburg/Saar, der ersten Ilmenauer Partnerstadt, erworben. Das Waldschlößchen, das die Erwerber nun vorfanden, verdiente diesen Namen nicht mehr. Unvorstellbar, wie es drinnen und draußen aussah.
2006 Im Sommer wird mit einer ersten Notsanierung im Außenbereich begonnen, 2007 folgt eine erste Teilrenovierung im Innenbereich.
2010 Die Gaststätte im Waldschlößchen wird an eine Familie aus Plaue vermietet.
2011 Nach enormen Mietrückständen übernimmt die Familie Neuschwander die Gaststätte selbst und stellt einen erfahrenen Koch ein.
2012 Mittlerweile ist das als Ausflugziel bekannte Waldschlößchen wieder ein beliebtes "Kleines Rasthaus", wo man sich ausruhen und gut bürgerlich speisen kann.
2016 Kaufte Familie Handschuh das Waldschlösschen und führte das gut laufende Restaurant mit Küchenvirtuosen Andreas weiter.
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